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Oberrhein 2017

Jugendzeltlager & RescueCamp 2017

Unsere Badestelle am Rhein.

Unser Jugendzeltlager und RescueCamp fand 2017 wie in den Vorjahren wieder in der ersten Sommerferienwoche statt. Insgesamt 101 Teilnehmer und 29 Betreuer besuchten das Lager bei Schwörstadt am Oberrhein.

Nachdem das Betreuerteam bereits am 27. Juli angereist und zwei Tage lang das komplette Lager aufgebaut hatte, trafen am Samstag, 29. Juli 2017, die Kinder und Jugendlichen ein. Schnell waren die beiden Reisebusse entladen und die Teilnehmer konnten ihre Zelte beziehen. Die insgesamt zehn Zeltgruppen waren bereits eingeteilt und für jedes Zelt standen zwei Betreuer bereit, die als direkte Ansprechpartner für die jeweiligen Bewohner da waren.

In Kleingruppen wurden der Zeltplatz erkundet und die Lagerregeln kennengelernt. Dann gab es auch schon das erste gemeinsame Mittagessen im großen Gemeinschaftszelt. Anschließend waren alle Kinder zum basteln eingeladen. Passend zum diesjährigen Motto "Die geheimnisvolle Insel" gab es verschiedene Bastelangebote. Die älteren Teilnehmer - unser sogenanntes RescueCamp - bauten derweil ein Floß, um später den Rhein damit befahren zu können. Der erste Tag endete für alle mit einem gemütlichen Zeltabend.

Action beim Aktivspiel.

Tag zwei begann mit einer Action-Erkundungstour durch die nähere Umgebung. Die RescueCamper testeten derweil das Floß und waren schwimmen. Nach dem Mittag trafen sich alle wieder zum gemeinsamen Insel-Sport, einem bunten Stationenlauf mit vielen kleinen sportlichen Aufgaben. Für den Abend hatten die Betreuer einen Zeltlager-Klassiker vorbereitet: den Casinoabend. Jeder Teilnehmer erhielt ein Startbudget an Spielgeld und konnte an diversen Spieltischen von Uno bis Ligretto versuchen, sein Guthaben zu mehren und so zum Sieger des Abends zu werden oder alles beim Glücksrad zu verzocken.

Für die RescueCamper gab es einige Denkaufgaben: beim Exitgame musste in drei Teams gegeneinander angetreten werden. Nach zwei Stunden hatte das erste Team die Flucht von der "geheimnisvollen Insel" geschafft. In der Nacht gab es dann für die Älteren noch einen Überraschungs-Programmpunkt. Die RescueCamper mussten das Lager gegen ein Betreuer-Team verteidigen, das versuchte, die Lager-Fahne zu stehlen.

Unser Darsteller-Team beim Phantasy-Spiel.

Der Montag brachte gutes Wetter und damit viel Spiel und Spaß im Freien. Es gab ein großes Aktivspiel "Überfall der Eingeborenen", zwischendurch Bastelangebote im Schatten und am Abend wurde Stockbrot am großen Lagerfeuer gegrillt.

Nach dem Frühstück ging es für die Kinder am Dienstag gleich mit dem nächsten Programmpunkt weiter. Ein großer Spieleparcours mit verschiedenen Wasserspielen wartete auf unsere Teilnehmer. Die RescueCamper machten sich in der Zwischenzeit mit ihrem Betreuer-Team auf den Weg zu einer Zwei-Tages-Wanderung mit Übernachtung auf einem Waldspielplatz und einer geplanten Kanutour am nächsten Tag auf dem Rückweg. Am Nachmittag stand auf dem Zeltplatz das absolute Highlight an: das Phantasy-Spiel. Die Betreuer waren verkleidet und spielten ein großes Theaterstück vor, bei dem die einzelnen Zeltgruppen Rätsel und Aufgaben lösen mussten und dadurch helfen konnten, die Insel von den bösen Piraten zu befreien. Mit einem Lieder-Abend im Gemeinschaftszelt klang der Tag schließlich trotz einsetzendem Regen gemütlich aus.

In der darauffolgenden Nacht vom 1. auf den 2. August kam es auf unserer Zwei-Tages-Tour zu einem schrecklichen Unglück. Durch ein kurzes, heftiges Unwetter wurde ein Baum entwurzelt und fiel direkt auf ein Zelt, in dem einige der Jugendlichen schliefen. Einer unserer Teilnehmer kam dabei ums Leben, drei weitere und ein Betreuer wurden teilweise schwer verletzt. Neben der medizinischen Versorgung der Verletzten wurde die restliche Gruppe zunächst von geschulten Kräften des nächsten Krisen-Interventionsteams betreut und am morgen dann sobald wie möglich zurück nach Herrenberg gebracht. Das restliche Zeltlager wurde im Verlauf des Tages ebenfalls abgebrochen.

Zum Zeitpunkt dieses Berichts - im März 2018 - fällt es uns immer noch schwer, zu begreifen, was in dieser Nacht passiert ist. In Gedanken sind wir bei unserem Kameraden Vincent und seiner Familie. Alle anderen Verletzten konnten in der Zwischenzeit die Krankenhäuser verlassen und sind wohl auf. Unser Dank gilt allen Mitarbeitern und Helfern der beteiligten Behörden, Hilfsorganisationen und Feuerwehren, die uns in dieser schweren Stunde und danach geholfen haben, aber auch allen anderen, die an uns gedacht und uns Mut gemacht haben.