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San AB 2015

Sanitätslehrgang 2015

Das Blutdruckmessen wird geübt.

Die Osterferien sinnvoll nutzen? Das dachten sich wohl auch die neun neuen DLRG-Sanitäter, als sie sich zu unserem Sanitätslehrgang 2015 anmeldeten. Der eigentliche Kurs fand in der ersten Ferienwoche von Montag bis Samstag statt. In der zweiten Woche gab es dann noch einen Übungsabend zur Prüfungsvorbereitung und die große Abschlussprüfung am Samstag.

Angefangen hat unser Lehrgang natürlich mit einem Kennenlernspiel. Von den neun Teilnehmern waren fünf aus unserer Ortsgruppe, zwei weitere DLRG-ler aus benachbarten Ortsgruppen und zwei aktive Mitstreiter des Schulsanitätsdienstes des Andreae-Gymnasiums. Die Gruppe hatte sich schnell zusammengerauft und schon konnte es mit dem ersten Unterrichtsblock losgehen: die Rettungskette. Auf die Vorkenntnisse aus dem Erste-Hilfe-Kurs aufbauend ging es dann schnell weiter zu den Themen Bewusstsein, Zentrales Nervensystem und stabile Seitenlage, die natürlich auch praktisch geübt wurde.

Hier wird eine Lunge seziert.

Nach der Mittagspause waren starke Nerven gefragt. Passend zum Thema Anatomie wurden nämlich Schweineherz und Schweinelunge seziert, um die zentralen Organe hinter Atmung und Kreislauf besser verstehen zu können. Der erste Lehrgangstag endete mit neuen Maßnahmen zur Diagnostik. Unsere angehenden Sanitäter lernten hier das Messen von Puls und Blutdruck sowie die Untersuchung von Stütz- und Bewegungsapparat mittels Bodycheck.

Die weiteren Lehrgangstage begannen immer mit einer Wiederholung des jeweiligen Vortages, vor allem einer praktischen Wiederholung der erlernten Maßnahmen. Am Dienstag wurde anschließend das Thema Infektionen, Hygiene und Hygienemanagement behandelt, bevor sich am Nachmittag alles um die Beatmung eines Patienten und den Einsatz von medizinischem Sauerstoff drehte. Verschiedene Störungen der Atemwege wurden kennengelernt und der Umgang mit Sauerstoffflasche, Beatmungsbeutel und verschiedenen anderen Hilfsmitteln geübt.

Am Mittwoch wurde die Reanimation eines Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand dann um die letzten noch fehlenden Maßnahmen ergänzt: der Einsatz eines Automatisierten Externen Defibrillators, die Absaugung von Flüssigkeit in den Atemwegen sowie die Intubation mittels Larynx-Tubus. Außerdem wurde die Reanimation von Säuglingen und Kindern geübt.

Reanimation mit Hilfsmitteln.

Der Donnerstag bestand aus vielen kleineren Themen. Diverse Krankheitsbilder sowie Hitze- und Kälteschäden wurden kennengelernt, Maßnahmen bei Verletzungen am Kopf oder der Wirbelsäule gelernt und verschiedene Verbände geübt. Der Tag endete mit einer Unterrichtseinheit über Vergiftungen.

Am Freitag standen erneut akute Krankheitsbilder auf dem Stundenplan. Anschließend lernten unsere Sanitätsschüler einiges über Aufbau und Organisation des Rettungs- und Sanitätsdienstes. Am Nachmittag wurden gynäkologische Notfälle und Tauchunfälle behandelt. Praktisch wurde es danach wieder bei einer Übungseinheit zum Thema Transport von Verletzten. Hier wurden die verschiedensten Hilfsmittel kennengelernt und ausprobiert.

Mit Medikamenten begann der Samstag. Nach einer kurzen Theorieeinheit dazu, wurde das Aufziehen und Anreichen von Medikamenten, das Vorbereiten einer Infusion sowie die Unterstützung eines Arztes beim Legen eines venösen Zuganges geübt. Anschließend standen Fallbeispiele auf dem Lehrplan. Gemeinsam mit den erfahrenen Sanitätern unseres parallel stattfindenden Sanitätstrainings mussten unsere Teilnehmer verschiedene Situationen abarbeiten. Die realistischen Fallbeispiele wurden dabei von unserem Schmink- und Mim-Team dargestellt. Für unsere angehenden Sanitäter war es eine super Gelegenheit, das Gelernte nach einer Woche nun im kompletten Einsatzablauf anwenden zu können.

Einsatz eines Spineboards.

Am späten Nachmittag ging es dann zu einem weiteren Highlight: ein Besuch auf der Rettungswache in Calw. Dort gab es eine Führung durch die Wache mit ihren unterschiedlichen Einsatzfahrzeugen sowie die angeschlossene Rettungsleitstelle.

Nach einer kompletten Lehrgangswoche hatten unsere Teilnehmer nun eine Pause verdient, zumal Ostern direkt vor der Tür stand. Deshalb ging es erst am darauffolgenden Donnerstag weiter. Bei einem offenen Übungsabend hatten die angehenden Sanitäter noch einmal Gelegenheit, alles ausführlich zu wiederholen, Fragen an die Ausbilder zu stellen und sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Diese fand zwei Tage später, am Samstag, 11. April 2015 statt und begann am Morgen mit einer umfassenden schriftlichen Prüfung. Anschließend mussten die Prüflinge in mehreren Stationen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Eine der einfacheren Aufgaben war die Basisreanimation allein und nur mit einem AED als Hilfsmittel. Umfangreicher wurde es dann bei der Reanimation zu zweit und mit allen Hilfsmitteln, die während des Lehrganges kennengelernt worden waren. Gute Teamarbeit war auch bei den Fallbeispielen gefragt. Hiervon mussten zwei in Zweierteams und eines im Dreierteam absolviert werden, wobei die Teilnehmer vorher nicht wussten, was auf sie zukam. Nach einem harten Tag konnten am Abend dann endlich die Ergebnisse verkündet und jedem Teilnehmer eine Urkunde überreicht werden.

Herzlichen Glückwunsch an die neuen Sanitäter und ein großes Dankeschön an alle, die diesen Lehrgang ermöglicht haben - die Ausbilder, das Küchenteam, das Schmink- und Mim-Team sowie die Prüfer.

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