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Fortbildung 2012

Patientengerechte Wasserrettung - eine Kombination aus Bootsführer- und Sanitäterfortbildung

Torben auf dem Weg zum Verunfallten.

An dieser Fortbildung am 7. Juli 2012 an der DLRG-Landesschule in Stuttgart nahm einer unserer Sanitäter, Torben Voskuhl, teil. Er berichtet von einem spannenden Lehrgangstag:

Die Anfahrt am Samstag begann bereits um 6:30 Uhr, sodass der Lehrgang pünktlich starten konnte. Zu Beginn gab es erst einmal eine kleine Stärkung. Anschließend stand eine Theorieeinheit im Sanitätsbereich an. Hierbei wurde auf die verschiedenen Unfallbilder eingegangen, mit denen ein Rettungsschwimmer konfrontiert werden kann.

Dem folgte ein kurzer Input zu den verschiedenen Möglichkeiten, eine Person aus dem Wasser zu retten. Zum einen wurde hier auf die bereits bekannten Bereiche aus der Rettungsschwimmausbildung eingegangen, zum anderen aber auch auf neue Methoden. Der erste Praxisteil begann im Lehrsaal mit dem Üben der richtigen Verwendung von Halskrause und Spineboard.

Aufnahme eines Patienten mit dem Spineboard.

Jetzt wurde es ernst, der Weg bis zum Wasser war nicht mehr weit. Wir hatten uns alle zügig unseren Neoprenanzug angezogen und schon ging es ins Wasser. Zu Beginn wurde eine neue Technik zum Stabilisieren einer Person mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung im stehtiefen Wasser geübt. Dies funktioniere bei allen Teilnehmern sehr gut. Deshalb ging man direkt zu dem nächsten Griff über, welchen man bei jeder Tiefe durchführen kann.

Daraufhin wurde unsere Gruppe, welche aus acht Teilnehmern bestand, in zwei Gruppen aufgeteilt. Jeweils im Wechsel war die eine Gruppe im Max-Eyth-See, die andere Gruppe in Neckar.

Im Max-Eyth-See wurde der komplette Rettungsablauf einer Person mit Wirbelsäulenverletzung geübt, also mit Anschwimmen, Kopf fixieren, Spineboard benutzten und auf das Boot bringen. Zu Beginn hat dies noch recht lange gedauert, da man auf die beste Fixierung des Patienten geachtet hatte. Da man aber im Einsatz, vor allem bei Strömung, kaum Zeit hat, gingen wir bei der Fixierung im weiteren Kompromisse ein, sodass wir die Geschwindigkeit der Rettung drastisch steigern konnten.

Fixierung des Kopfes.

Im Neckar wurde die ganze Übung bei kälterem Wasser und Strömung trainiert. Außerdem wurden hier die Retter mit dem Boot angefahren, wobei der erste Schwimmer während der Fahrt vom Boot gesprungen ist.

Nach dem Duschen stand dann das wohl verdiente Mittagessen an. Nach der Stärkung ging es auch schon weiter. Man ging dabei im Theorieteil nochmals auf die Bedeutung von patientengerechter Wasserrettung ein. Außerdem wurde das Thema Crash-Rettung behandelt, was bedeutet, den Patienten so schnell wie nur möglich aus dem Gefahrenbereich, also aus dem Wasser, zu retten.

Ein weiteres Thema war das Bootsmanagement, wobei darauf eingegangen wurde, was auf dem Boot alles beachtet werden musste. Nach einem anstrengenden, aber sehr guten und lehrreichen Tag ging es wieder zurück nach Herrenberg. Als Schlussresultat lässt sich sagen, dass sich dieser Lehrgang sehr gelohnt hat und nur weiter empfohlen werden kann.