Titelbild

Kursumzug 2014

Kind und Karriere - bei der DLRG kein Problem!

Im Schwimmbad des Wiedenhöfer Stifts in Herrenberg fanden seit 2007 unsere DLRG-Schwimmkurse statt. Der Abriss des Gebäudes und damit auch die Schließung des Schwimmbades war seit Jahren geplant. 2014 sollte es endlich soweit sein. Für unsere Schwimmkurse bedeutete das den Umzug in ein neues Schwimmbad und auf einen neuen Kurstag. Birgit Schäberle, eine unserer neuen Ausbilderinnen, berichtet.

Übungen beim Rettungsschwimmkurs

Auch die Helfer brauchen mal Hilfe. So gab es im Juni diesen Jahres eine Rundmail: es wurden dringend Mütter, Väter, Omas und Onkels gesucht, die ab September beim Anfängerschwimmkurs für Kinder im Hallenbad mithelfen. Da das Bad im Wiedenhöfer Stift wegen Abriss wegfiel, hatten die Verantwortlichen der DLRG lange nach einer Alternative gesucht und endlich Montag nachmittags Wasserfläche im städtischen Hallenbad zugewiesen bekommen. Die neue Kurszeit: 14:00 bis 16:45 Uhr.

Schön und gut, aber mit Studium oder Vollzeit-Job sind das unmögliche Zeiten. Also wurden Hausfrauen und Rentner gesucht, die eben zu dieser Zeit Kindern das Schwimmen beibringen können. Und da eigene (kleine) Kinder kein Hindernis sind, sondern sowohl zu den Fortbildungen als auch in den Schwimmkurs mitgenommen werden können, trafen sich vier motivierte Mütter noch im Juli im Herrenberger DLRG-Raum mit Tobi (Technischer Leiter Ausbildung) und Marlena (Ressortleiterin Anfängerschwimmen), um Fragen und Details zu klären.

Wir sollten unser Handwerk natürlich auch lernen, nicht zuletzt auch zu unserer eigenen Sicherheit. So absolvierten wir noch in den Sommerferien einen Erste-Hilfe-Kurs. Kaum hatte die Schule begonnen, trafen wir uns zu unseren neuen Kurszeiten montags, wenn auch erst einmal ohne Kursteilnehmer. Da mussten dann erst einmal unsere eigenen Kinder herhalten. Wo liegt welches Material und wie setzt man die Hilfsmittel ein? Wie gestalte ich eine Schwimmstunde und wie baue ich einen Kurs auf? Wie erkenne ich Schwimmfehler und was kann ich tun? Und noch weitere Fragen wurden beantwortet, ebenso wie etwas für das Silberne Rettungsschwimmabzeichen geübt, unserem nächsten Wochenend-Lehrgang.

Theorie beim Ausbildungsassistenten-Lehrgang.

Parallel dazu hospitierten einige von uns immer wieder dienstags beim letzten "alten" Schwimmkurs, um Praxiserfahrung zu sammeln. Beim Rettungsschwimmwochenende gab es nicht nur Theorie, sondern auch eine ganze Menge Schwimmerisches zu leisten. Die jugendlichen Teilnehmer schnitten zwar viel besser ab, aber sie trainieren natürlich auch jede Woche! Wenn es für uns teilnehmenden Oldies auch recht anstrengend war - geschafft haben wir es.

Weiter ging es für zwei von uns (Kinder und Gesundheit sind eben nicht immer terminierbar) mit dem Grund- und später dem Fachblock "Ausbildungsassistent Schwimmen", zwei weiteren Wochenend-Lehrgängen mit Theorie und viel Praxis: Methodische Übungsreihen, Organitionsformen im Schwimmbad, Rechtliches, Schwimmarten, Fehlerkorrektur, Prüfungsordnung, usw. Das hört sich zwar sehr kompliziert an, ist aber alles lernbar und hat - sogar unsere erste Lehrprobe! - viel Spaß gemacht. Und wenn auch hier die Jugendlichen mehr Einblicke hatten, weil sie zum Teil schon monatelang eine Gruppe mitleiten, konnten wir zwei Oldies durch die Erfahrungen mit unseren eigenen Kindern locker mithalten.

Unsere erste Schwimmkurs-Stunde.

Nachdem wir also so vollgestopft waren mit neuem Wissen und alles Organisatorische geregelt war, konnten die Schwimmkurs-Kinder Anfang November kommen. Zuerst leiteten Tobi und Marlena die Schüler und uns (vier) Neu-Ausbilder an, aber in der Zwischenzeit haben wir uns schon selbständig an das Rahmenprogramm oder eine methodische Übungsreihe gewagt. Und es macht uns - wie den Kindern auch - von Mal zu Mal mehr Spaß!

Hier nochmals ein dickes Danke an Marlena und Tobi, dass Ihr uns das zugetraut habt, uns in unserer Ausbildung unterstützt und jederzeit für Fragen und Probleme da seid. Wir machen gerne weiter! Und ich denke, es sind jederzeit weitere zukünftige Ausbildungsassistenten willkommen, sowohl zum Schnuppern als auch als feste Unterstützung mit oder ohne Fortbildung!

Bericht von Birgit Schäberle