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Magdeburg 2013

Hochwasser Magdeburg 2013

Erste Einsatzstelle: Werder.

Am Freitag, 7. Juni 2013, rückte der 9. Wasserrettungszug aus Baden-Württemberg in Richtung Magdeburg aus. Mit von der Partie war die Strömungsretter-Gruppe aus Glems-Schönbuch, unter anderem mit drei Herrenberger Strömungsrettern.

Nach knapp achtstündiger Fahrt erreichten die Einsatzkräfte den Bereitstellungsraum in Magdeburg kurz vor Mitternacht. Als Unterkunft diente ein großes Sportzentrum, dort waren bereits vier DLRG-Wasserrettungszüge aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen untergebracht, vier weitere sollten in den nächsten Tagen noch hinzukommen. Erster Einsatzauftrag: Beziehen der Unterkunft und Ausruhen für den nächsten Tag.

Der erste richtige Einsatz begann dann auch direkt am Samstagvormittag. Der Stadtteil Werder, eine große Insel in der Elbe, musste verteidigt werden. Die Strömungsretter und Taucher von zwei Zügen waren hier im Einsatz, transportierten Sandsäcke mit Rafts über das angestaute Wasser, verlegten wasserseitig Sandsäcke und Folien, um den bereits von der Feuerwehr errichteten Deich weiter abzusichern und leiteten die Bevölkerung vor Ort an. Die Insel blieb für die nächsten 16 Stunden der Einsatzort. Brennpunkt war nach Einbruch der Nacht die Zollstraße, die an manchen Stellen bereits 50 Zentimeter unter Wasser stand. Auf der Fluss-Seite des dortigen Sandsack-Deichs stand das Wasser bis zu zwei Meter über dem Straßenniveau. Die Aufgabe für unsere DLRG-Einsatzkräfte: Anleiten und Absichern der vielen freiwilligen Helfer und Koordinieren der Sandsack-Lieferungen zwischen den einzelnen Einsatzstellen.

Blick in Richtung Rothensee.

Am nächsten Tag wurden die Strömungsretter unter anderem zur Erkundung eines bereits evakuierten und gefluteten Stadtteils eingesetzt, später dann wieder zur Absicherung von Arbeiten an den Schutzdeichen.

Nachdem die Scheitelwelle Magdeburg am Montag passiert hatte und die Pegel langsam rückläufig waren, wurde die Lage auch für die DLRG-Kräfte entspannter. Sie wurden ab Dienstag nur noch als Reserve in Bereitschaft gehalten, da nicht abzusehen war, ob angesichts der lang anhaltenden Belastung doch noch ein Deich im Stadtgebiet brechen würde. Am Mittwochnachmittag kam dann offiziell der Marschbefehl in Richtung Heimat, die am frühen Donnerstagmorgen, mittlerweile 13. Juni 2013, erschöpft aber zufrieden erreicht wurde.

Unsere Einsatzkräfte blicken - wenngleich der Anlass für die Betroffenen natürlich schrecklich war - auf einen sehr erfolgreichen Einsatz und viele positive Erfahrungen in Magdeburg zurück. Besonders im Gedächtnis bleiben wird die intensive Zusammenarbeit und das Engagement der etlichen freiwilligen Helfer aus Magdeburg und Umgebung.

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